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QUADRIGA Jahrestagung: 20. Juni 2025

Stärkung von Datenkompetenz für die Forschung: Strategien, Best Practices und Outputs

Als vom BMBF gefördertes Datenkompetenzzentrum für die Wissenschaft widmet sich QUADRIGA  der Vermittlung und Stärkung von Datenkompetenz für die Forschung. Die Jahrestagung am 20. Juni 2025 markierte die Halbzeit der ersten Förderphase und bezog die Community mit ein, den den Fokus auf Strategien, Best Practices und Outputs für die Vermittlung von Datenkompetenz legen. Neben dem Blick auf die vergangenen anderthalb Jahre wurde zusammen an weiterführenden Ideen, Konzepten und Policies gearbeitet und wir konnten mit anderen Akteur:innen im Bereich Datenkompetenzen in den Austausch treten. Besonders interessiert waren wir an Strategien und Best Practices, aber auch konkrete Herangehensweisen und Outputs in der Datenkompetenzvermittlung sind.

: Thomas Roese

Begrüßung und Einleitung (Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrike Lucke, Universität Potsdam)

Ulrike Lucke eröffnete die Tagung mit einem Überblick über QUADRIGA und seine Ergebnisse. Sie erläuterte das Zusammenspiel der drei Bausteine: Forschungsorte liefern Fallstudien aus datenbasierter Forschung, Lernorte bereiten diese zu mediengestützten Bildungsangeboten auf, Vernetzungsorte bringen sie in Fachgesellschaften ein. Als Grundlage der Materialentwicklung stellte sie das QUADRIGA-Datenkompetenzframework vor, das entlang des Datenflusses fünfzehn Kompetenzen beschreibt. Anschließend zeigte sie, wie interaktive Lehrbücher auf Basis von Jupyter Book Text, Code, Quizze und Visualisierungen verbinden und Lernenden Kontrolle über den eigenen Lernweg geben. Wie das in der Praxis aussieht, zeigte sie an vier Fallstudien: von den Medienwellen der Spanischen Grippe 1918/19 über die Reproduzierbarkeit von Datenanalysen und das Erfragen von Metadaten bis zur Affektrhetorik in Online-Videos zur Klimakrise.

Keynote

Foto: Thomas Roese

Warum noch studieren, wenn KI bald alles besser kann? Mit dieser Frage eröffnete Christine Regitz, Präsidentin der Gesellschaft für Informatik, ihre Keynote. Ihre Antwort: KI sei ein mächtiger Copilot, brauche aber einen Piloten. Nicht die Modelle seien das Problem, sondern fehlende Datenkompetenz – mit Folgen wie unkritischem Vertrauen in Systeme und dem Verlust digitaler Selbstbestimmung. Als Antwort skizzierte sie einen Dreiklang aus informatischer Kompetenz im Sinne von Computational Thinking, Forschungsdatenkompetenz über den gesamten Datenlebenszyklus sowie Open Science und OER zur breiten Wissensvermittlung. QUADRIGA würdigte sie als Leuchtturmprojekt und rief dazu auf, die digitale Zukunft aktiv mitzugestalten.

Rede-Manuskript “Informatik und Datenkompetenz als Grundpfeiler von Forschung im 21. Jahrhundert”

Beiträge aus der Community

Foto: Thomas Roese

Am Vormittag kamen zunächst die Akteur:innen selbst zu Wort: In kurzen Impulsvorträgen mit anschließender Diskussion stellten die Beitragenden Ansätze und Erfahrungen aus eigenen Vorhaben vor und lieferten damit das Material für die Workshops am Nachmittag.

Christian Casey stellte gemeinsam mit M. Xenia Kudela, Aibaniz Alieva und Joudy Sido Bozan die FU-Lehrveranstaltung „Digital Humanities and Data Sustainability" vor, die die Lücke zwischen geisteswissenschaftlicher Ausbildung und geforderten digitalen Kompetenzen praxisnah schließen soll – von Git und Websites über Datenbanken bis zu FAIR-Prinzipien und Linked Open Data.

Der Beitrag „WiNoDa auf halber Strecke" zog Zwischenbilanz des Datenkompetenzzentrums und zeigte am Webinarprogramm dessen Spannbreite – von Datenstandards für naturkundliche Sammlungen über SQL und FAIR- und CARE-Prinzipien bis zu interaktiven Visualisierungen mit R.

Workshop 1: Perspektiven für Datenkompetenzzentren - QUADRIGA nachhaltig verankern

Im Workshop Perspektiven für Datenkompetenzzentren - QUADRIGA nachhaltig verankern diskutierten Projektmitarbeitende, Beiratsmitglieder und externe Gäste, wie QUADRIGA über die Projektlaufzeit hinaus wirksam bleiben kann. Nach Impulsen zur langfristigen Konsolidierung von Datenkompetenzen und zu den organisatorischen, fachlichen und technischen Dimensionen der Verstetigung standen Governance, Finanzierung, Wirkungsnachweise und Kommunikation im Mittelpunkt. Als entscheidend erwies sich der Faktor Personal: Berufliche Netzwerke, Motivation und eine gesicherte Übergangsfinanzierung sind zentral, da menschliche Kapazitäten oft fehlen, selbst wenn technische vorhanden sind. Betont wurden zudem die frühzeitige Einbindung der Hochschulleitungen und klar geregelte Zuständigkeiten. 

Workshop 2: OER-Best-Practices

Der Workshop OER-Best-Practices bot eine Austauschplattform zur Gestaltung und Evaluierung von Open Educational Resources für die Datenkompetenzausbildung. Im Zentrum stand die Frage, was eine gute OER ausmacht – diskutiert wurde, worauf es bei Aufbau, Nutzendenführung und Barrierefreiheit ankommt. Ein zweiter Schwerpunkt lag auf der Nachnutzbarkeit: welche Formate, welche Dokumentation und welche Zugangswege nötig sind, damit Materialien tatsächlich weiterverwendet werden. Ebenso in den Blick genommen wurden fachspezifische Anforderungen sowie die Voraussetzungen, die Lehrende für den Einsatz von OER mitbringen sollten. Die Themen wurden an World-Café-Tischen erarbeitet und die Ergebnisse anschließend im Plenum vorgestellt.

Workshop 3 Jupyter Book für interaktive Open Educational Resources

Der Workshop Jupyter Book für interaktive Open Educational Resources zeigte die Möglichkeiten von Jupyter Book für die Erstellung professioneller OER. Nach einer kurzen Demo entwickelten die Teilnehmenden auf Basis eines unterhaltsamen Datensatzes hands-on ihr eigenes interaktives Lernmodul. Im Mittelpunkt stand, wie Jupyter Book Code-Ausführung, Visualisierungen und wissenschaftliche Texte nahtlos verbindet, wie MyST Markdown akademische Anforderungen wie Zitationen, Querverweise und Gleichungen unterstützt und welche Automatisierungsmöglichkeiten – etwa Versionierung, DOI-Vergabe und Multi-Format-Export – zur Verfügung stehen. Am Ende stand ein fundiertes Verständnis der technischen Möglichkeiten sowie erste praktische Erfahrung für die Bewertung eigener OER-Projekte.

Workshop-Materialien: https://quadriga-dk.github.io/OER-Workshop/