Texte, überall Texte
Gesellschaft und Kultur zu analysieren, heißt (auch) Texte zu beforschen. Ein großer Teil historischer aber auch heutigen menschlichen Wirkens kommt in Form von Texten: Nachrichtentexte von der Erfindung der Zeitung bis zur modernen Liveticker, Bezeugungen vom Erlebnisbericht bis offiziellen Parlamentsprotokollen, zwischenmenschlichte Kommunikation vom Briefwechsel hin zum Twitter-Thread aber auch die politisch-organisationales Handeln, ob Gesetzestext oder der Aufklärungskampagnen.
Texte, in ihrem massenhaften Vorhandensein und der Möglichkeit sie variabel aber großflächig zu erschließen und zu analysieren, können quantifiziert und neue disziplinären Fragestellungen zugeführt werden. Fragen nach Trends und Mustern größerer historischer Zusammenhänge, nach umfassender Einordnung und Kategorisierung, nach innerer Struktur und übergreifendem Vergleich sind größten Umfängen möglich.
Textdaten: Potential und Herausforderung
Für die quantitative Analyse von Texten liegen zwar inzwischen eine ganze Reihe von typischen Fragestellungen, Methoden und Theorien vor, die in immer neuer Form miteinander kombiniert werden können. Aber nicht über alle Disziplinen sind diese gleichermaßer ausgearbeitet. Darüber hinaus besteht die Herausforderung, weil sie in ganz verschiedenen Formaten und Qualitätsstufen vorliegen: als Scan, als automatisch erkannter Volltext, als strukturierte XML-Datei. Wer damit arbeitet, muss dieses heterogene Material zuerst vergleichbar machen. Die Entwicklung ist also unabgeschlossen und es existiert Raum für disziplinäre Innovation sowie Methodentransfer.