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QUADRIGA Jahrestagung 2026 - ein Rückblick

11. Mai 2026, Weizenbaum-Institut, Berlin 


Das Datenkompetenzzentrum QUADRIGA lud zur Jahreskonferenz ins Weizenbaum-Institut ein. Im Zentrum standen Tutorials, die QUADRIGA-Projektergebnisse und die Zukunft der Datenkompetenzförderung. Zu den Teilnehmenden gehörten insbesondere Wissenschaftler*innen aus den Disziplinen 'Digitale Geisteswissenschaften', 'Verwaltungswissenschaft', 'Informatik' sowie 'Informationswissenschaft'. 

Gruppenbild in der Halle vor Posterwänden
Foto: Sandra Cava
Teilnehmende der Quadriga Jahrestagung 2026
QUADRIGA Jahrestagung 2026
Foto: Jana Pinheiro/Weizenbaum

Rückblick Show me how

QUADRIGA Jahrestagung 2026
4 Personen in der ersten Reihe des Veranstaltungssaals
Foto: Sandra Cava

Panelrückblick

QUADRIGA Jahrestagung 2026
Publikum einer Veranstaltung unscharf im Vordergrund, Posterwände scharf im Hintergrund
Foto: Sandra Cava

Demo-Session Rückblick


Session Show Me How. Tutorials für die digitale Wissenschaft

Panel: Von Fachkulturen lernen, in der Breite verankern, Verantwortung stärken

Datenkompetenzen sind in den vergangenen Jahren zu einer zentralen Ressource für Forschung und interdisziplinäre Zusammenarbeit geworden. Datenkompetenzzentren setzten dafür gezielt Impulse. Zwei Entwicklungen gaben uns Anlass, bestehende Schwerpunkte zu schärfen: Mit dem Aufkommen generativer KI treten bekannte Herausforderungen im Umgang mit Daten – etwa Qualität, Dokumentation, Bias und Verantwortung – noch deutlicher zutage. Zugleich bleibt die nachhaltige Verankerung von Datenkompetenz in wissenschaftlichen Strukturen eine zentrale Aufgabe. Mit Impulsvorträgen eröffneten unsere Panelist*innen unterschiedliche Perspektiven auf Datenkompetenz als Voraussetzung verantwortlichen, datenbasierten Arbeitens, benannten zentrale Herausforderungen und skizzierten Ansatzpunkte für künftige Schwerpunkte der Datenkompetenzförderung.

Foto: Sandra Cava
Peer Trilcke gibt seinen Impuls zu Urteilsfähigkeit auf der Quadriga Jahrestagung

Prof. Dr. Peer Trilcke

wendete sich in seinem Impulsvortrag der Frage nach Datenkompetenzen in der Academia aus zwei Perspektiven zu. Aus der geisteswissenschaftlichen Perspektive wurden zunächst sowohl auf die vielfältigen (eben z.B. auch philologischen) Traditionen von Datenkompetenzen in den Wissenschaften eingegangen als auch die Rolle von kritischer Datenkompetenz stark gemacht. Daran anschließend wurde aus einer wissenschaftssystemischen Perspektive die Datenkompetenzvermittlung im Horizont prekärer Grundfinanzierung und des akademischen Quasi-Wettbewerbs um Drittmittel kritisch reflektiert.

Präsentation Datenkompetenz als Urteilskraft

Foto: Sandra Cava

Dr. Katharina Schüller

Die Unternehmerin und Expertin für Data Science, Künstliche Intelligenz und Statistik sprach darüber, dass Datenkompetenz nicht mit Tools beginne, sondern mit der Fähigkeit, Daten kritisch zu hinterfragen. Sie erläuterte, warum viele Analysen scheitern, bevor sie überhaupt beginnen: Herkunft, Zweck und insbesondere die Grenzen von Daten würden häufig nicht reflektiert, wodurch die Aussagekraft der Ergebnisse eingeschränkt werde. Anhand des Beispiels datenbasierter Optimierung von Flughafensicherheit zeigte sie, wie schnell aus Zahlen scheinbare Wahrheiten würden, die sich bei genauerem Hinsehen als nicht haltbar erwiesen. Abschließend skizzierte sie eine Entwicklung weg von bloßer technischer Kompetenz hin zu einer Haltung, die Unsicherheit aushalte und damit die Grundlage für fundierte Entscheidungen schaffe.

Foto: Sandra Cava

Prof. Dr. Philip Wieder

Der stellvertretende Leiter der GWDG und Professor für Data Science Infrastructures sprach in seinem Vortrag über den Aufbau nationaler und internationaler Forschungsdateninfrastrukturen wie der NFDI und der EOSC und die damit einhergehende grundlegende Veränderung der technischen Anforderungen an Datenkompetenzen. 

Er stellte heraus, dass früher isolierte Lösungen und lokale Datenhaltung dominierten, während die heutige Landschaft ein tiefgreifendes Verständnis für systemübergreifende Interoperabilität und automatisierte Workflows erfordert. Anhand einer Entwicklung eines Datenkatalogs zeigte er, wie sich die notwendigen Kompetenzprofile in den vergangenen Jahren hin zur Beherrschung komplexer Schnittstellen, Metadatenstandards und skalierbarer Cloud-Strukturen entwickelten.

Datenkompetenz in der Wissenschaft: Die Infrastrukturperspektive

Moderatorin spricht auf der Bühne
Foto: Sandra Cava

Anna Lieckfeld

moderierte unser Panel zu Datenkompetenz für die Wissenschaft: von Fachkulturen lernen, in der Breite verankern, Verantwortung stärken. Sie führte die geisteswissenschaftliche, praktische und infrastrukturelle Perspektiven zur Datenkompetenzförderung durch Fragen zur Haltung als Kompetenzdimension, zur digitalen Souveränität und zu den begrenzten Ressourcen zusammen.

 

  • Anhand des von QUADRIGA entwickelten Templates und der zugehörigen Anleitung wurde die Tehcnologie Jupyter Book vorgestellt. Das Template versammelt die Erkenntnisse des Projekts aus der OER-Entwicklung mit Jupyter Book und setzt diese in konkreten Vorgaben und Empfehlungen um. Dies umfasst unter anderem die Struktur der OER und detaillierte Metadaten. Hannes Schnaitter betreute den Stand.
  • Das Projekt QUADRIGA hat ein Datenkompetenzframework entwickelt, über dessen Anwendung und Genese informiert wurde. Es war Anlass um über Datenkompetenzen ins Gespräch zu kommen und mit Lego Serious Play kreativ werden. Hannes Schnaitter betreute den Stand.
  • Der eigens für das Projekt entwickelte QUADRIGA Navigator bietet einen intuitiven Zugang zu sämtlichen im Projekt entstandenen Open Educational Resources (OER). Als zentraler Einstiegspunkt dient eine interaktive Landkarte, die auf dem QUADRIGA-Datenkompetenzframework basiert. Über diese lassen sich die Inhalte gezielt anhand spezifischer Datenkompetenzen suchen und explorieren. Am Stand nahmen Sousan Homaeipour, Yue Zhang und Xuanchi Guo Feedback auf.
  • Haben Zeitungen eigentlich mehr über die Spanische Grippe berichtet, je mehr Todesopfer sie forderte? Sind die Pressemitteilungen des Berliner Senats in letzter Zeit barrierefreier geworden? Diese Fragen mit quantitativen Methoden zu untersuchen und in OERs zu vermitteln, ist Ziel dieser Fallstudie. Am Stand sprachen Daniil Skorinkin und Henny Sluyter-Gäthje.
  • Drei Fallstudien wurden präsentiert: 1. Die Reproduktion von Datenanalysen mit einem Fallbeispiel aus dem Nationalen Bildungsbericht. 2. Das Erschließen von offenen Daten durch SPARQL-Abfragen in Datenportalen. 3. Die Visualisierung von Baum- und Bewässerungsdaten in einem eigenen Dashboard. Am Stand führten Jana Plomin, Ralf Porębski und Juliane Schmeling die Gespräche mit den Teilnehmenden.
  • Wie lassen sich Filme digital analysieren? Unsere OER zeigt, wie Filmmaterial anhand digitaler Annotationswerkzeuge systematisch analysiert und visualisiert werden kann – konkret am Beispiel von Online-Videos zur Klimakrise. Am Stand sprachen Derya Demir und Jun.-Prof. Dr. Matthias Grotkopp.
  • Die Open Educational Ressource (OER) erkundet, wie für die Bearbeitung einer filmwissenschaftlichen Fragestellung digitale Verfahren eingesetzt werden können. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Veränderungen sich in den studentischen Filmen der Wendezeit an der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) „Konrad Wolf“, also der heutigen Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, erkennen lassen. Dabei nimmt die Fallstudie vor allem Metadaten und filmografische Angaben zu den studentischen Produktionen aus den Jahren 1985 bis 1999 im Filmarchiv der Filmuniversität in den Blick. Anhand dieses Beispiels werden unter anderem Prozesse der Datenbereinigung mit OpenRefine dargestellt und verschiedene Möglichkeiten der Datenvisualisierung erläutert. Am Stand sprachen mit Marco Winter und Dr. Thomas Schick.